PFAS gefunden.
Darunter PFOA.
18 von 20 Papiermarken in der belgischen Stichprobe 2023. PFOA ist als krebserregend eingestuft. [16] [02]

Der Halm wird weich.
Die Fragen bleiben hart.
untersuchte
Papierhalm-Marken.
Belgien, 2023. [02] ↗
Was bei der Verwendung relevant wird
PFAS sind sehr beständige fluorierte Stoffe. Das in der belgischen Studie am häufigsten nachgewiesene PFAS war PFOA. Die WHO-Krebsforschungsagentur IARC stuft PFOA als krebserregend für Menschen (Gruppe 1) ein. [02] [16]
Bestimmte PFAS können sich im Körper anreichern. Eine zusätzliche vermeidbare Quelle in einem Trinkhalm ist deshalb ein handfestes Problem — gerade bei einem Produkt, das mit seiner Umweltfreundlichkeit wirbt.
Die US-Untersuchung zeigte bei einer ausgewählten hochbelasteten Marke auch den Übergang ins Wasser. Die Stiftung Rudulin fordert deshalb: Materialdeklaration und Migrationstests statt eines guten Gewissens auf der Verpackung. [03] [08]
Die Zusammenfassung / Erst die Befunde. Dann die Details.
18 von 20 Papiermarken in der belgischen Stichprobe 2023. PFOA ist als krebserregend eingestuft. [16] [02]
2,78 statt 5,40 g je Halm im US-Verbrennungsmodell. Eigene Rechnung. [04]
US-Modell: 1,15 g Papier
gegenüber 0,52 g PP pro Halm. [04]
Griechisches Preisbeispiel 2024:
1,4 statt 0,6 Cent pro Halm. [11]
Ciliwung: 308 t/Jahr. Rhein: 3 t/Jahr. Zwei zitierte Beobachtungen im Flussvergleich 2021. Grafik ansehen ↓ [13]
Vergleiche aus den genannten Studien und Szenarien. CO₂-Differenz: (5,40 − 2,78) / 5,40 ≈ 49 %. Gewichts- und Preisquotienten: eigene Rechnung. Die koreanische Untersuchung ergibt beim Klima einen Papierwert von etwa +1 % gegenüber PP; der US-Vergleich verwendet andere Produktions- und Entsorgungsdaten. [15]
Die CO₂-Rechnung in Gramm ansehen ↓Ein Papierhalm am deutschen Becherrand baut keine Abfallsammlung in einem asiatischen Flusseinzugsgebiet. Wer die Meere schützen will, muss dort ansetzen, wo große Mengen Müll ins Wasser gelangen.
Die zehn Flusssysteme lagen in Asien und Afrika — keines in Europa, den USA oder Japan. Die Breite der einzelnen Flusslinien zeigt keine Mengenverteilung. Schematische Darstellung, keine Landkarte. [12]
Das detailliertere Modell verteilt die Einträge auf deutlich mehr Flüsse: im zentralen Szenario auf 1.656 für 80 %. Es identifiziert besonders städtische Flüsse in Südostasien und Westafrika als Schwerpunkte. Die Zehn-Flüsse-Grafik zeigt den Befund von 2017, nicht die heutige vollständige Verteilung. [13]
Zwei beobachtete Jahreseinträge, die die Arbeit von 2021 gegenüberstellt. Die Größenordnungen sind entscheidend für die Frage, wo zusätzliche Maßnahmen besonders viel bewirken.
Die Stiftung Rudulin fordert: wirksame Abfallsammlung, kontrollierte Entsorgung und Rückhalt an den großen Eintragsquellen. Internationale Unterstützung muss messbar Plastik aus dem Wasser halten. Symbolpolitik beim europäischen Trinkhalm ist dafür kein Ersatz.
Bezugsgröße: flussgebundener Eintrag, nicht der gesamte Plastikbestand oder alle Eintragspfade ins Meer. Europa, Nordamerika und Japan haben ebenfalls Einträge. Die Rhein/Ciliwung-Werte sind zitierte Beobachtungen der Studie, keine Messung aus 2026; Quotient 308 / 3 ≈ 103. Die Analyse von 2021 umfasst Makroplastik, keine Mikroplastikflüsse. [12] [13]
Südkorea / Regierungsauftrag / Ergebnisse 2026
Papier sollte die bessere Lösung sein. Die südkoreanische Lebenszyklusanalyse liefert dafür in wichtigen Wirkungskategorien das Gegenteil: höhere Belastungen als beim herkömmlichen PP-Halm.
Verglichen wurden PP, Papier, biologisch abbaubarer Kunststoff und Bio-PE. Die Untersuchung betrachtete 16 Wirkungskategorien von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung. Nach den veröffentlichten Ergebnissen hatte PP in zehn Kategorien die niedrigste Belastung.
Alle drei Faktoren: Papier gegenüber PP = 1. „Kanzerogen“ bedeutet krebserzeugend. Der Indikator bewertet Emissionen entlang der gesamten Liefer- und Entsorgungskette; er beziffert kein individuelles Krebsrisiko beim Trinken. Entsorgungsannahme: 73,6 % Verbrennung, 26,4 % Deponie. Daten: öffentlich wiedergegebene Ergebnistabelle des Abgeordnetenbüros Kim Wi-sang / koreanischen Umweltministeriums. Der vollständige Methodenbericht war nicht zugänglich. [09] [15]
Ein Materialwechsel ist noch kein Umwelterfolg.Die Schlussfolgerung der Stiftung Rudulin
| Wirkungskategorie | Papier / PP | Wirkungskategorie | Papier / PP |
|---|---|---|---|
| Klimawandel | 1,01 × | Fossile Ressourcen | 0,86 × |
| Mineralische Ressourcen | 1,08 × | Wasserressourcen | 1,02 × |
| Ozonabbau | 2,23 × | Versauerung | 2,04 × |
| Eutrophierung Süßwasser | 3,76 × | Eutrophierung Meer | 8,20 × |
| Eutrophierung Land | 2,40 × | Humantoxizität, kanzerogen | 6,33 × |
| Humantoxizität, nicht kanzerogen | 2,22 × | Ökotoxizität | 0,46 × |
| Feinstaub | 1,62 × | Photochemischer Smog | 1,33 × |
| Ionisierende Strahlung | 3,65 × | Landnutzung | 53,91 × |
Eigene Quotienten aus der veröffentlichten, gerundeten Ergebnistabelle; auf zwei Dezimalstellen gerundet. Unter 1 = niedrigerer, über 1 = höherer Modellwert als PP. Die großen Aufmacherzahlen folgen den berichteten Faktoren. Unterschiedliche Wirkungskategorien sind nicht addierbar.

Er wird weich. Er knickt. Er fühlt sich an, als hätte dein Getränk einen Bastelkurs gebucht. Während der Halm aufweicht, bleibt die politische Begründung erstaunlich fest. Deshalb fragen wir: Was bringt der Materialwechsel tatsächlich?
Die Stiftung Rudulin hält diesen Materialtausch für ein Lehrstück verfehlter Prioritäten: Eine sichtbar lästige Ersatzlösung wird zum Symbol des Fortschritts, während ihre Herstellung, Rückstände und Kosten zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Unsere Forderung: Beendet die Bevormundung am Becherrand. Legt die gesamte Rechnung auf den Tisch.
Belgische Stichprobe 2023. Darunter langlebige fluorierte Stoffe — in einem Produkt, das als bessere Alternative gilt.
[01–02] Studienbefund ↗1,4 Cent für Papier, 0,6 Cent für Plastik. Griechische Marktpreise 2024 aus einer veröffentlichten Untersuchung.
Die Kostenrechnung ↓Deutsches Verpackungsaufkommen 2023. Die Größenordnung, an der sich Prioritäten messen lassen müssen.
Der Blick über den Halm ↓Ein Papierhalm ist ein technisches Produkt. Es muss gegen genau das beständig gemacht werden, worin es landet: Flüssigkeit. Dafür reichen Fasern allein nicht immer aus.

Die Basis sind Papierfasern, häufig aus Holzzellstoff. Zellstoffherstellung und Papiertrocknung brauchen Energie, Wasser und Prozesschemikalien. Das ist ein wichtiger Teil der Umweltbilanz. Ein „natürlicher“ Rohstoff macht die Herstellung nicht belastungsfrei.
[04] Lebenszyklusanalyse ↗
Typisch sind drei Papierlagen, die auf einer Wickelmaschine mit Klebstoff verbunden werden. Laut Klebstoffhersteller H. B. Fuller kommen wasserbasierte Systeme oder bei schnellen Anlagen Schmelzklebstoffe zum Einsatz. Welche Stoffe konkret verwendet werden, lässt sich nur am jeweiligen Produkt klären.
[05] Herstellungsbeschreibung ↗
Papier kann Nassfestmittel enthalten, etwa bestimmte Epichlorhydrinharze. Bei solchen Systemen sind Chlorpropanol-Rückstände wie 3-MCPD und 1,3-DCP relevant. Die BfR-Empfehlung für Lebensmittelkontaktpapier benennt dafür Prüfanforderungen. Das ist keine Zutatenliste jedes Papierhalms.
[06] BfR-Empfehlung XXXVI ↗
PFAS können wasser- und fettabweisend wirken. In den untersuchten Halmen war aber nicht geklärt, ob die Funde aus bewusster Behandlung oder Verunreinigungen in Rohstoff, Wasser oder Produktion stammen. Der Nachweis beweist keine einheitliche PFAS-Beschichtung aller Papierhalme.
[02] Erläuterung der Forschungsgruppe ↗
Holz wird zu Zellstoff verarbeitet. Daraus entsteht das geeignete Papier.
Die Papierqualität und mögliche Hilfsstoffe bestimmen, wie es auf Flüssigkeit reagiert.
Papierbahnen werden mit Klebstoff zu einem Rohr gewickelt.
Das Rohr wird auf Länge gebracht. Lebensmittelkontakt und Haltbarkeit müssen passen.
Beide Halme werden industriell hergestellt. Entscheidend sind Materialmenge, Prozessschritte, Hilfsstoffe und Emissionen — nicht das grüne Image.
| Schritt | Papierhalm | Konventioneller PP-Halm |
|---|---|---|
| Rohstoff | Holz → Zellstoff → Papier. Aufschluss, Papierbildung und Trocknung gehören zur Vorkette. | Erdöl oder Erdgas → Propylen → Polypropylen-Granulat. Gewinnung, Raffinerie und Polymerisation gehören zur Vorkette. |
| Formgebung | Mehrere Papierlagen werden mit Klebstoff zu einem Rohr verbunden und auf Länge geschnitten. | Granulat wird aufgeschmolzen, durch eine Ringdüse zum Rohr extrudiert, gekühlt und geschnitten. |
| Flüssigkeitsbeständigkeit | Hängt von Papierqualität, Klebstoff und gegebenenfalls Nassfestmitteln oder Barrierebehandlungen ab. | Die Wasserbeständigkeit liegt im PP-Material selbst. Das Rohr braucht dafür keine Papierlagenverklebung. |
| Rezeptur & relevante Stoffe | Klebstoffe; mögliche Nassfestharze; produktspezifische Farben und Behandlungen. PFAS sowie Chlorpropanole sind relevante Prüfparameter. | PP sowie rezepturabhängige Farben und Stabilisatoren. PFAS sind kein notwendiger Grundbaustein von PP; Rückstände und Migration bleiben produktabhängig. |
| Materialeinsatz im US-Modell | 1,15 g pro Halm | 0,52 g pro Halm |
Herstellungswege nach Gao & Wan und H. B. Fuller; die Gewichte sind Eingaben des US-Modells, keine Normgewichte. Nassfestmittel nach BfR XXXVI. [04] [05] [06]
Die Belastung entsteht schon vor dem ersten Drink
Im US-Deponieszenario entfällt der größte Teil des modellierten Humantoxizitätspotenzials auf Rohstoffherstellung und Formgebung. Die folgende Umrechnung isoliert diese beiden Produktionsstufen.
Je Halm, ausgedrückt in 1,4-Dichlorbenzol-Äquivalenten. Das ist ein gewichteter Toxizitätsindikator für Emissionen der Produktionskette, keine gemessene Masse eines tatsächlich freigesetzten Gifts.
Gao & Wan: insgesamt 27.200 kg (PP) bzw. 120.000 kg (Papier) 1,4-DCB-Äquivalente je 500 Millionen Halme im vollständigen Deponieszenario. Herstellung: 80 % + 13 % bei PP, 84 % + 12 % bei Papier. Umrechnung: 27.200 × 0,93 / 500 Mio. bzw. 120.000 × 0,96 / 500 Mio. kg pro Halm. Mit 10⁶ in mg umgerechnet; aus gerundeten Ausgangswerten. [04, Tabelle 2]
Holz aufschließen. Zellstoff verarbeiten. Papier trocknen. Lagen verkleben. Der Papierhalm hat eine industrielle Vorkette — und die braucht Energie. Nachwachsende Fasern streichen diese Emissionen nicht aus der Rechnung.
Papier: 1,94-mal so hohe Klimawirkung.
Verbrennungsszenario: 1,39 Mio. kg CO₂-eq für PP und 2,70 Mio. kg für Papier, jeweils je 500 Millionen Halme. Auf einen Halm umgerechnet.
GWP der gesamten Modellkette. CO₂-Äquivalente bündeln verschiedene Treibhausgase, einschließlich Methan. US-Daten und Entsorgungsannahmen; kein gemessener deutscher Durchschnitt. [04, Abschnitte 3.1 und 3.2]
zusätzliche Materialmasse
im untersuchten Modell.
Das sind 121 % mehr Produktmasse. Papierfasern stammen typischerweise aus Holz. Wie viel frisches Holz dafür eingesetzt wird, hängt von Faserquelle, Ausbeute und Recyclinganteil ab.
Die Klimawirkung ergibt sich aus Forstwirtschaft, Herstellung, Energieversorgung, Transport und Entsorgung. Eine Zahl „gefällte Bäume pro Halm“ lässt sich aus diesen Daten nicht seriös berechnen.
Eigene Rechnung aus den Modellgewichten 0,52 g PP und 1,15 g Papier. Produktmasse ist nicht gleich Holzbedarf; die Werte sind keine Normgewichte. [04, Tabelle 1]
Die koreanische Tabelle zeigt beim Klima etwa Gleichstand mit leicht höherem Papierwert (≈ +1 %). Das US-Modell zeigt deutlich höhere Papierwerte in beiden Entsorgungsszenarien. Energiebereitstellung, Produktgewicht und Systemgrenzen entscheiden mit. [04] [15]
Was enthalten die untersuchten Halme? Was davon geht ins Wasser über? Und welche Mengen wurden tatsächlich ermittelt?
Boisacq und Kollegen untersuchten 39 Marken aus fünf Materialien. 18 der 20 Papierhalm-Marken enthielten PFAS; insgesamt wurden 18 verschiedene PFAS identifiziert. Darunter waren PFOA und sehr wasserlösliche kurzkettige Verbindungen.
Auch 3 von 4 Kunststoffmarken waren positiv; bei den 5 Edelstahlmarken wurden keine PFAS nachgewiesen. Materialanalyse, ohne Migrationstest. Kleine belgische Stichprobe von 2023. Die Verlagsmitteilung bezeichnete die Konzentrationen als niedrig.
Der Stoffnachweis stammt aus der belgischen Untersuchung; der Faktor 6,33 aus der koreanischen Lebenszyklusanalyse. Die Korea-Zahl ist kein PFAS-Aufnahmetest. In der belgischen Stichprobe waren die Konzentrationen niedrig; der Übergang ins Getränk wurde dort nicht gemessen. Ob PFAS gezielt zugesetzt wurden oder als Verunreinigung hineingelangten, blieb offen. [02] [09]
[01–02] Studie und Forschungsmitteilung ↗In 43 untersuchten Marken fanden Timshina und Kollegen bei Papier und anderen pflanzlichen Materialien 21 PFAS. Die mittleren Summengehalte je Marke reichten von 0,043 bis 29,1 Nanogramm pro Halm; der Median lag bei 0,554 ng. Bei den fünf Kunststoffmarken wurden keine messbaren PFAS gefunden.
Analytisch bestimmte Materialgehalte für die dort erfassten PFAS. Keine repräsentative deutsche Marktübersicht.
[03] Originalarbeit / Chemosphere ↗Die Marke mit dem höchsten PFAS-Gehalt und der größten Stoffvielfalt wurde im Folgeexperiment getestet. Rund zwei Drittel der extrahierbaren PFAS gingen unter den untersuchten Bedingungen ins Wasser über.
Der Versuch betraf diese ausgewählte Marke; er liefert keinen einheitlichen Aufnahmefaktor für andere Halme oder Getränke. Eine allgemeine Milligramm-„Giftmenge pro Schluck“ wurde nicht bestimmt.
[03] Migrationsexperiment ↗Bei bestimmten Nassfestharzen sind 3-MCPD und 1,3-DCP relevante Verunreinigungen. Die BfR-Empfehlung für Lebensmittelkontaktpapier nennt dafür Anforderungen im Wasserextrakt des fertigen Produkts.
Diese Stoffe sind damit Prüfparameter, keine nachgewiesenen Bestandteile jedes Papierhalms. Die Werte und ihre Einheiten stehen in der Tabelle unten.
[06] BfR-Empfehlung XXXVI ↗Relativer Umweltindex REI nach Gao & Wan (2022), dimensionslos. Höher = größere zusammengefasste Umweltlast im Modell. Gleiche Skala in beiden Ansichten (0–7). Kein CO₂-Wert und kein Gesundheitsrisiko beim Trinken.
Die Bilanz beginnt vor dem ersten Schluck: Rohstoffe, Energie, Papierherstellung, Klebstoff, Transport und Entsorgung zählen mit. Schwerere Halme brauchen mehr Material. Kommt wegen Aufweichens ein zweiter hinzu, muss auch der mitgerechnet werden.
Plastik hat zugleich ein reales Müllproblem: Es bleibt in der Umwelt bestehen und kann in kleinere Partikel zerfallen. Für die Frage, wo die großen Einträge ins Meer entstehen, braucht es zusätzlich die Fluss- und Abfalldaten. Genau deshalb gehört die Politik an den Eintragsquellen gemessen. [04]
Papier braucht eine andere Produktionskette: Papier herstellen und trocknen, mehrere Lagen verkleben, Nassfestigkeit sichern. Beim PP-Halm wird ein thermoplastisches Rohr extrudiert. Den Preisunterschied zeigt eine veröffentlichte Kostenanalyse für Griechenland.
0,006 € pro Stück
0,014 € pro Stück
2,33-facher Stückpreis
Bei 100.000 Halmen: 600 € statt 1.400 € Einkaufskosten — 800 € Differenz. Jeder wegen Aufweichens zusätzlich ausgegebene Halm erhöht Materialverbrauch und Kosten weiter.
Beispiel auf Basis der in einer Studie von 2025 verwendeten griechischen Marktpreise 2024. Einkaufspreise, keine offengelegten Fabrikkosten und kein aktuelles deutsches Angebot. Stückzahlen und Prozentdifferenz: eigene Rechnung. [11, Tabelle 3]
Materialgehalt, Labor-Wasserextrakt und langfristige Aufnahme sind verschiedene Messgrößen. Wer sie vermischt, produziert vor allem eines: Schlagzeilen.
| Stoff / Regelwerk | Zahl & Einheit | Was sie tatsächlich bedeutet |
|---|---|---|
| Vier PFAS EFSA-Bewertung | 4,4 ng/kg Körpergewicht pro Woche | Gesundheitlich tolerierbare wöchentliche Gesamtaufnahme (TWI) für PFOA, PFOS, PFNA und PFHxS zusammen. Kein Grenzwert pro Halm. Kritischer Effekt der Bewertung: verminderte Impfantwort. [08] |
| 3-MCPD BfR XXXVI | 12 µg/l im Wasserextrakt | Der Übergang in den Wasserextrakt soll technisch so niedrig wie möglich sein und diesen Wert nicht überschreiten. Prüfanforderung der BfR-Empfehlung für entsprechende Papierprodukte; keine zulässige Trinkdosis. [06] |
| 1,3-DCP BfR XXXVI | Nicht nachweisbar Nachweisgrenze: 2 µg/l | Bezieht sich auf den Wasserextrakt des fertigen Produkts. „Nicht nachweisbar“ ist an die genannte analytische Nachweisgrenze gebunden. [06] |
| PFAS in Lebensmittelkontakt-Verpackungen EU-Verordnung 2025/40, Art. 5(5) | 25 ppb / 250 ppb / 50 ppm Einzel-PFAS / Summe / inkl. Polymere | Seit 12.08.2026 gelten diese Vermarktungsschwellen für Lebensmittelkontakt-Verpackungen. 25 und 250 ppb betreffen die gezielte Analyse ohne polymere PFAS, 50 ppm schließen Polymere ein. Der Verpackungsbezug muss geprüft werden; daraus folgt kein pauschaler Grenzwert für jeden separat verkauften Trinkhalm. [10] |
Einheiten übersetzen: 1 µg = 1.000 ng. Bei Massenanteilen entspricht 1 ppb einem µg/kg und 1 ppm einem mg/kg. Zahlen mit unterschiedlichen Bezugsgrößen lassen sich trotzdem nicht direkt gegeneinander halten.
Rechtsstatus beachten: Ein EFSA-TWI ist eine wissenschaftliche gesundheitliche Orientierung. Die zitierte BfR-Empfehlung ist keine eigenständige gesetzliche Zulassung. Die EU-Verordnung enthält verbindliche Anforderungen in ihrem jeweiligen Anwendungsbereich.
§ 3 EWKVerbotsV untersagt das Inverkehrbringen bestimmter Einwegkunststoffprodukte, darunter Trinkhalme; ausgenommen sind die dort genannten Medizinprodukte. Eine Vorschrift, die Verbraucher zum Papierhalm zwingt, steht dort nicht. Die praktische Verengung des Angebots darf man trotzdem kritisieren. [07]
Die einzelne Gurke, die Kunststoffschale, der Karton mit zusätzlichem Innenbeutel: Der Supermarkt bleibt eine Verpackungslandschaft. Ausgerechnet der Trinkhalm wird zum weithin sichtbaren Erziehungsmoment.
Kunststoffverpackungsaufkommen in Deutschland 2023.
Daneben: 7,851 Millionen Tonnen Papier, Pappe und Karton. [14]
Die Stiftung Rudulin kritisiert die Doppelmoral einer Debatte, die am Becherrand maximale Strenge inszeniert und den viel größeren Materialströmen zu wenig öffentliche Aufmerksamkeit widmet. Ein teurerer Ersatz mit eigenen Schadstofffragen ist kein Erfolg, nur weil er nach Papier aussieht.
Verpackungen sind bereits reguliert, unter anderem durch das Verpackungsgesetz und die EU-Verpackungsverordnung. Die Kritik betrifft Priorität, Wirksamkeit und Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen. Die Verpackungszahlen sind Gesamtmengen, keine Mengen des Eintrags ins Meer. [10] [14]
Die Position der Stiftung Rudulin
Kümmert euch um die großen Stoffströme, die Abfalleinträge und die vermeidbaren Schadstoffquellen. Beendet den Symbolzwang am Becherrand.
Vergleicht die gesamte Lebensdauer, die reale Nutzung und die Entsorgung. „Aus Papier“ ersetzt keine unabhängige Prüfung.
Hersteller sollen Hilfsstoffe, relevante Rückstände und aussagekräftige Migrationstests offenlegen. Unnötige Belastungen gehören reduziert.
Messt Regeln an ihrem Gesamtnutzen. Macht passende Halme zugänglich, verlangt belastbare Nachweise für Ersatzprodukte und schützt die Wahlfreiheit im Alltag.
Eine Quellenstudie der Stiftung Rudulin: veröffentlichte Ergebnisse zusammengeführt, Herstellungswege verglichen, Kosten und Wirkungsindikatoren nachgerechnet. Nachfolgend die Studien und Dokumente zu den jeweiligen Angaben.
Ein Dossier der Stiftung Rudulin.
Geschäftsführer:
Markus Bönig
Anbieter- und Kontaktangaben übernommen aus dem von rudulin.org verlinkten Impressum ↗. Stand: 6. November 2026.